Summary
MITANOND© beschreibt den magischen Moment gemeinsamer Wirksamkeit – ein kollektives Innewerden, das über Erkenntnisse hinausgeht und echte Veränderung ermöglicht. In diesem Resonanzraum verweben sich individuelle Impulse mit dem Potenzial der Gruppe, sodass sich ein neues Denken und Handeln entfaltet. Besonders an Wendepunkten, an denen ein Stopp spürbar wird, zeigt sich die transformative Kraft von MITANOND: Es öffnet Wege, die vorher nicht sichtbar waren.
Diese Qualität des Miteinander-Könnens stärkt nicht nur den Prozess, sondern auch die Menschen darin. Es entsteht eine Dynamik, die über den Moment hinauswirkt – als Motor für Durchbrüche und als Fundament einer lebendigen, resonanten Organisation.
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MITANOND – Der magische Moment gemeinsamer Wirksamkeit
In der Dynamic Facilitation liegt der Fokus stark auf Durchbrüchen – Momenten, in denen etwas Neues entsteht. Doch diese Breakthroughs sind weit mehr als bloße Erkenntnisse; sie entsprechen einem schöpferischen Innewerden, einem tiefen Bemerken oder Entdecken. Die Kraft und Qualität dieses Innewerdens bestimmen, wie nachhaltig und wirksam sich ein solcher Prozess nach außen entfaltet.
Was macht dieses Innewerden aus? Es ist ein subtiler, hochdynamischer Prozess – eine Art innerer Dialog zwischen implizitem Erleben und Explizieren. Ein Neuordnen des „inneren Implizierens“, wie Gendlin es beschreibt. Man kann es auch als völlige Neugestaltung des zu bearbeitenden Themas, seiner Kontexte und des eigenen Verhältnisses dazu begreifen. Ein Shift, ein Carrying Forward auf individueller und Gruppenebene gleichermaßen. Die Gruppe erfährt eine tiefgreifende Veränderung ihres Interaktionsmodus – von einem oft fragmentierten, suchenden Austausch hin zu einer gemeinsamen schöpferischen Dynamik.
Gendlin hat mit seiner Theorie des Impliziten den Grundstein für das Verständnis dieser Prozesse gelegt. Ich habe versucht, dies auf Gruppenebene zu übersetzen. Denn genau hier setzt MITANOND© an. Es beschreibt einen Moment, in dem sich gemeinsam geteilte Wirksamkeit entfaltet – eine kollektive Bewegung, die etwas Wesentliches voranträgt. In diesem Zustand geschieht etwas, das über das individuelle Erleben hinausweist: Ein Resonanzraum entsteht, in dem sich das Individuelle und das Gemeinsame kreuzen und in eine neue Richtung entfalten.
MITANOND als strategischer Partner des Felt Sense
Ein MITANOND-Moment ist zugleich eine Art strategischer Partner des Felt Sense (dieser Terminus ist entlehnt aus Focusing und der Theorie des Impliziten nach Eugene Gendlin). Gemeinsam ermöglichen sie es, individuelle Impulse mit dem impliziten Potenzial des Themas oder der Gruppe zu verweben. Besonders deutlich zeigt sich das dort, wo die Gruppe auf ein Stopp stößt – eine Stelle, die noch nicht weiterführt, weil etwas erkannt, integriert oder neu gedacht werden muss. Wenn dieser Stopp in Resonanz mit dem individuellen und kollektiven Implizieren tritt, geschieht etwas Wesentliches: Eine neue Möglichkeit eröffnet sich, ein nächster Schritt wird spürbar.
Diese Qualität des Miteinander-Könnens – auf persönlicher Ebene, aber auch im Sinne von „gemeinsam etwas zu Wege bringen“ – macht dieses MITANOND zu einem Schlüsselelement tiefgehender Gruppenprozesse. Inhaltlich führt es zu substanziellen Ergebnissen, doch seine tiefere Wirkung zeigt sich in der gestärkten Selbstermächtigung der Beteiligten: Alle können beitragen, und dieses ‚Können‘ wird in der Gruppe spürbar und stärkt sie.
Die systemische Wirkung von MITANOND
Die volle systemische Wirkung von MITANOND entfaltet sich, wenn Folgeprozesse auf diesem Resonanzraum aufbauen. Je stärker sich nachfolgende Schritte auf diesen dynamischen Wegweiser beziehen, desto nachhaltiger wird das Erreichte. So wird MITANOND nicht nur zum Motor für kreative Durchbrüche, sondern auch zur Grundlage einer Resonanz-Organisation – einer Kultur, in der Interaktionsprozesse lebendig bleiben, sich weiterentwickeln und immer wieder neue schöpferische Räume eröffnen.
Was bedeutet das für mich als Facilitator?
Als Facilitator stehe ich nicht außerhalb dieses Prozesses – ich bin Teil davon. MITANOND ist nicht nur ein Konzept, das ich vermittle, sondern eine gelebte Haltung, die sich in meiner Präsenz, meinem Tun und meiner Interaktion mit Gruppen ausdrückt. Ich bin mit meinem Prozessmodell Kompass Prozessintelligenz nicht nur Gestalter von Rahmenbedingungen, sondern Resonanzpartner, Wegöffner, Strukturgeber und Mit-Beweger zugleich.
Das bedeutet:
- Ich schaffe Räume, in denen sich individuelles und kollektives Potenzial verweben kann.
- Ich begleite Gruppen durch ihre Stopps, bis sich eine neue, tragfähige Richtung zeigt.
- Ich bin selbst in einem kontinuierlichen Prozess des Innewerdens – stets offen für das, was sich in der Interaktion entfaltet.
- Ich verkörpere das, was ich vermittle: nicht als Methode, sondern als dynamische Praxis.
MITANOND ist für mich nicht nur ein Moment, sondern ein Prinzip: Es ist die Art und Weise, wie ich Facilitation lebe.